Trauerrede Willi Beul

Die Feuerwehr Ahlbach trauert um ihren ehemaligen Wehrführer Willi Beul. Mir ist es ein persönliches Bedürfnis, Abschied von meinem Vorgänger als Wehrführer zu nehmen.

Im Alter von 15 Jahren ist Willi 1973 in die Feuerwehr Ahlbach eingetreten.

Ab 1982 hat er sich als Gerätewart um die Ausrüstung gekümmert und immer wieder verbessert. 1986 wurde er dann zum stellvertretenden Wehrführer gewählt, bevor er 1989 als Nachfolger von Walter Hilb die Führung der Feuerwehr übernommen hatte.

Er hat die „Dorffeuerwehr“ zu einer schlagkräftigen, modernen Feuerwehr geformt, die zu seiner Zeit den Höchststand mit rund 40 Aktiven in der Einsatzabteilung erreicht hatte. Darunter waren auch rund 20 Atemschutzgeräteträger, die bei einem Brandeinsatz unersetzlich sind.

Sein unermüdlicher Einsatz für die Feuerwehr ist noch heute an vielen Stellen zu sehen.

Der Schlauchanhänger und der Flutlichtanhänger wurden unter seiner Regie in Eigenleistung gebaut und haben sich bei vielen Einsätzen bewährt. Er hatte es nicht immer einfach und er hat sich immer mit vollem Engagement für die gute Sache Feuerwehr eingesetzt. Davon profitieren wir noch heute.

Als ersten Mannschaftstransportwagen wurde auf seine Initiative ein alter VW Bus von der Feuerwehr Ahlbach bei der Polizei gekauft und dann mit viel Arbeit für die Feuerwehr hergerichtet.

Das Löschgruppenfahrzeug mit 600 Liter Wasser war vor über 23 Jahren ein riesiger

Fortschritt für die Ahlbacher Feuerwehr und ohne seinen enormen Einsatz bei vielen Sitzungen und Besprechungen mit der Stadt wäre dieses Fahrzeug nicht möglich geworden. Wir sind noch heute Stolz auf dieses Fahrzeug und haben es immer gut gepflegt, wie wir es von Ihm gelernt haben.

Mit der Planung und Erstellung des heutigen Feuerwehrgerätehauses hat er unzählige Stunden verbracht, sonst wäre es nicht in dieser Form gebaut worden. Es sind viele Punkte dort, die an sein großes Wirken für die Feuerwehr erinnern.

Am Mittwochabend haben wir im Gedenken an Willi im Feuerwehrhaus zusammengestanden und für Ihn gebetet. 

In den 17 Jahren als Ehrenbeamter im Wehrführerausschuss der Stadt Limburg war es nicht immer einfach. Aber auch hier hat er dazu beigetragen, den Zusammenhalt wieder zu stärken und hat 2002 eine Gemeinschaftsübung aller 8 Feuerwehren wieder ins Leben gerufen.

Bei vielen Einsätzen hat er seinen Mann gestanden und hier will ich nur Beispiele nennen, wie der Brand im Kaufhaus Theile, den Krankenhausbrand oder der Brand auf dem Berghof in Ahlbach.

Unvergesslich sind die vielen Stunden in der Kameradschaftspflege, die Ihm immer sehr wichtig war. Insbesondere die Mehrtagesausflüge waren ein Garant dafür. In den Bergen ist er immer schon gerne gewesen und so ist es nicht verwunderlich, dass die ersten 3 Mehrtagesausflüge ab 1985 auf seinen Vorschlag hin nach Ellmau führten.

Er hat vor 28 Jahren die Jahresabschlusswanderung eingeführt, wo wir viele schöne Stunden gemeinsam verbrachten.

Nicht zu vergessen ist die Kameradschaft nach der Übung, wo es nach getaner Arbeit was zu essen und zu trinken gibt.

Mit den vielen Bildern wird dies immer in Erinnerung bleiben. Eine gute Kameradschaft ist die Basis für eine funktionierende Feuerwehr.

Diesen hohen Stellenwert der Kameradschaft hat er in den privaten Bereich übertragen und er war immer Jedem hilfreich zur Seite.

1997 begann die Partnerschaft zur Feuerwehr Fernwald-Albach. Vor 2 Jahren zum Jubiläum hatte er uns zu sich in den Garten eingeladen.

Im Vereinsleben wurde das Sommerfest zu einem Höhepunkt im Dorfkalender und unvergessen bleibt auch das große Jubiläum zum 90. Bestehen der Feuerwehr Ahlbach im Festzelt. Hier hatte er ein erstes Anhängertreffen organisiert, da er ja selbst 2 Anhänger mit gebaut hat und auch eine LF 8 Fahrzeugschau, wo er sich doch lange für das Ahlbacher Fahrzeug eingesetzt hatte.

2003 nach insgesamt 21 Jahren im Vorstand hat er als Wehrführer und Vorsitzender der Feuerwehr aufgehört.

Er war immer ein Vorbild und ist voran gegangen. 

Es war nicht einfach diese Lücken zu füllen und in die großen Fußstampfen von ihm zu treten.

In Erinnerung bleibt seine penible, saubere und ordnungsliebende Arbeitsweise und nur wenige wissen, dass er immer alles gut dokumentiert hat.

Nun bleibt mir nur zu sagen. Er hat in den vielen Jahren immer mit voller Kraft für die Feuerwehr gekämpft und hat leider den letzten Kampf gegen seine schwere Krankheit verloren.

Lieber Willi, 

wir nehmen Abschied von Dir und können heute nur Danke sagen 

für deine langjährige Kameradschaft und für alles,  was Du für die Freiwillige Feuerwehr Ahlbach geleistet hast.

Ahlbach, den 29.11.2019 

Wehrführer Frank Krämer